Filesharing-Programme: Umsonst und illegal zum Filmgenuss

Sie können für Filesharing mehrere Programme nutzen.
Sie können für Filesharing mehrere Programme nutzen.
War das Kino in früheren Jahrzehnten wöchentlicher Treffpunkt für Menschen aller Gesellschaftsschichten, so ist es für viele Menschen mittlerweile zu einem Luxusgut geworden. Schuld daran sind die mittlerweile hohen Preise für Kinos. Auch für andere Medien müssen Sie teilweise schon tief in die Tasche greifen, denn auch DVD-Boxen aktueller TV-Serien oder kostenpflichtige Streaming-Angebote können relativ teuer sein.

Von daher sind Filesharing-Anbieter für viele eine attraktive Alternative, um kostenlos an verschiedenste Medien zu gelangen. Allerdings ist es illegal, wenn Sie dabei urheberrechtlich geschützte Daten mit anderen Internetnutzern austauschen. Eine teure Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung kann dabei die Folge sein, welche meist von speziellen Kanzleien im Auftrag der Rechteinhaber versendet wird.

Doch was sind Filesharing-Anwendungen überhaupt? Welche Arten stehen davon zum Download bereit und auf welchen Filesharing-Seiten können Sie die für Downloads benötigten Dateien finden? Das erfahren Sie hier.

Wie funktionieren Filesharing-Programme?

Filesharing-Programme dienen dazu, Dateien zwischen Rechnern auszutauschen.
Filesharing-Programme dienen dazu, Dateien zwischen Rechnern auszutauschen.
Beim Filesharing vernetzen sich verschiedene Personen mittels spezieller Filesharing-Software (auch „Filesharing-Client“ genannt) über das Internet miteinander. Diese Personen haben Dateien – oder auch nur Teile von Dateien – auf ihren Rechnern gespeichert und tauschen diese untereinander aus. Das können Filme, Serien, Musik, Software oder auch E-Books sein.

Der Austausch der Daten besteht darin, dass sich die Personen im Netzwerk gegenseitig Teile ihrer Dateien zum Download bereitstellen, wodurch sie zu sogenannten „Peers“ werden. Und dieser Akt der öffentlichen Zugänglichmachung ist es, der gemäß § 19a des Urheberrechtsgesetzes (UhrG) lediglich dem Rechteinhaber zusteht und deshalb Grund für Abmahnungen wegen Filesharing ist. Inhaber von Urheberrechten müssen nicht zwangsläufig die Künstler sein, welche bestimmte Werke geschaffen haben. Es können auch Firmen sein, denen Künstler Ihre Rechte per Lizenz oder Vertrag überlassen haben, wie Musiklabels beispielsweise.

Welche Arten von Filesharing gibt es?

Doch wie finden sich die Internetnutzer, welche Dateien austauschen wollen, in den Weiten des World Wide Web? Dazu gibt es heutzutage in erster Linie drei Techniken:

  • Bei einem zentralisierten Peer-to-Peer-Netzwerk steht ein Rechner als Server im Mittelpunkt, auf dem eine Art Adressbuch liegt, in dem gespeichert ist, auf welchem Rechner welche Dateien liegen. Wenn ein Nutzer eine bestimmte Datei sucht, muss er über Filesharing-Programme zunächst Kontakt mit dem Server aufbauen und passende Nutzer suchen, bevor er sich mit geeigneten Rechnern zum Filesharing vernetzen kann.
  • Manche Filesharing-Programme erlauben Peer-to-Peer-Austausch.
    Manche Filesharing-Programme erlauben Peer-to-Peer-Austausch.
  • Ein dezentrales Peer-to-Peer-Netzwerk benötigt so einen zentralen Koordinationsserver nicht. Hierbei vernetzen sich die Nutzer von einem Filesharing-Programm direkt miteinander und leiten Suchanfragen so lange unter sich weiter, bis sich passende Tauschpartner gefunden haben.
  • Zusätzlich existiert eine Mischform von beiden Typen, sogenannte hybride Peer-to-Peer-Netzwerke. Bei diesen gibt es keine festen Verwaltungsserver, sondern es werden einzelne Rechner aus dem Netzwerk dazu bestimmt, für eine gewisse Zeit als Verwalter zu funktionieren (“Node”), welcher die Standorte verschiedener Dateien gespeichert hat.

In der folgenden Tabelle finden Sie für jede Filesharing-Technik verschiedene populäre Systeme beziehungsweise Netzwerke:

Zentralisierte P2P-NetzwerkeDezentrale P2P-NetzwerkeHybride P2P-Netzwerke
BitTorrentGnutella 0.4Gnutella 0.6
eDonkey2000FreenetGnutella2
SoulseekAresJXTA
Direct ConnectZeroNeteMule-Kademlia

Um diese Systeme nutzen zu können, benötigen Sie eine von mehreren Filesharing-Anwendungen, welche auf entsprechenden Filesharing-Seiten im Internet häufig umsonst zum Download bereit stehen.

Welche Filesharing-Programme stehen Ihnen zur Verfügung?

Sie können für Filesharing ein geeignetes Programm verwenden, mit dem Sie das System nutzen können, das Sie selber bevorzugen. Solche Programme, mit denen Sie Zugriff auf ein Netzwerk bekommen, werden auch als Filesharing-Client bezeichnet. Zum Download finden Sie sowohl Filesharing-Programme, die speziell für ein System entwickelt wurden als auch Anwendungen, welche mehrere Systeme unterstützen. Die wichtigsten Filesharing-Programme sind:

Diverse Filesharing-Seiten bieten Torrent-Dateien zum Download an.
Diverse Filesharing-Seiten bieten Torrent-Dateien zum Download an.
  • Eine Vielzahl von Filesharing-Programmen wurde für das BitTorrent-Netzwerk entwickelt, beispielsweise der BitTorrent-Client, BitComet, Vuze oder µTorrent.
  • Um über Gnutella-Netzwerke Dateien zu tauschen, benötigen Sie Clients wie FrostWire, Acquisition, Gnucleus oder Mutella.
  • Ein weiterer Filesharing-Client ist eMule, mit dem Sie auf das eDonkey2000– und das Kademlia-Netzwerk zugreifen können.
  • Während diese Clients für ein bestimmten System entwickelt wurden, gibt es auch Filesharing-Programme, mit denen Sie Dateien in verschiedenen Netzwerken tauschen können. Shareaza und MLDonkey beispielsweise unterstützen sowohl BitTorrent als auch eDonkey2000. Im Gegensatz zu MLDonkey haben Sie mit Shareaza auch noch Zugang zu Gnutella und Gnutella2.
Warnung!

Wenn Sie mittels Filesharing urheberrechtlich geschützte Dateien teilen und dabei Daten anderen Nutzern zum Download anbieten, verstoßen Sie gegen das Urheberrecht und können eine Abmahnung mit hohen Kosten erhalten.

Führen Sie ausschließlich Downloads von urheberrechtlich geschütztem Material über Filesharing-Programme durch, so gilt dies noch nicht als Verstoß gegen das Urheberrecht.

Wie können Filesharing-Programme für Anonymität sorgen?

Einige Filesharing-Programme nutzen verschiedene Mechanismen, um zu verschleiern, welche Personen ein Filesharing-Netzwerk nutzen. Dies funktioniert beispielsweise, indem zwei Filesharer ihre Daten nicht direkt miteinander austauschen, sondern die einzelnen Datenpakete über eine Reihe anderer User weitergeben. So kann der Empfänger – und damit auch die Software einer Abmahnkanzlei – nicht sehen, von welchem Nutzer bestimmte Daten letztendlich kommen.

Eine andere Strategie liegt darin, dass Fileshare-Programme den Nutzers virtuelle IP-Adressen zuteilen. Ist ein Filesharer mit so einer Tarnkappe ausgerüstet, kann die Software der Abmahnkanzleien nicht herausfinden, welches die wahre IP-Adresse ist, die der Internetdienstanbieter seinem Kunden zugeteilt hat. Eine IP-Rückverfolgung ist hierbei nicht möglich.

Auf welchen Filesharing-Seiten können Sie an die Dateien gelangen?

Über Filesharing-Seiten können Sie an urheberrechtlich geschütztes Material gelangen.
Über Filesharing-Seiten können Sie an urheberrechtlich geschütztes Material wie Filme gelangen.
Bei manchen Systemen genügt der Download des entsprechenden Clients nicht, um in diesem Netzwerk Dateien auszutauschen. Häufig müssen Sie erst von Filesharing-Seiten bestimmte Dateien herunterladen, welche angeben, an welchen Stellen im Netzwerk die gewünschten Dateien zu finden sind.

Dies ist vor allem beim BitTorrent-Netzwerk der Fall. Hier müssen Sie für den Download einer bestimmten Datei erst einmal eine .torrent-Datei herunterladen, welche Sie mit einem entsprechenden BitTorrent-Client öffnen. Solche .torrent-Dateien finden Sie auf bestimmten Fileshare-Seiten. Wichtige Seiten sind zum Beispiel:

PirateBayYTS YIFY MoviesBitsnoop
KickasstorrentsisoHunttorrentHounds
ExtraTorrentLimeTorrentsCannapower

Es ist rechtlich gesehen sogar legal, diese Torrent-Dateien zum Download anzubieten, weil es sich hierbei nicht um urheberrechtlich geschütztes Material selbst handelt, auch wenn diese Dateien als Wegweiser zu geschützten Werken funktionieren können.

Filehosting: Eine Alternative?

Die klassischen Filesharing-Anbieter wie BitTorrent & Co. haben Konkurrenz bekommen vom sogenannten Filehosting. Dabei werden Dateien auf einen zentralen Speicher übertragen, die anderen Nutzern zum Download bereitstehen. Die bekanntesten Dienste dieser Art sind Dropbox und Google Drive.

Allerdings besteht bei diesem Filehosting die Gefahr, dass die Anbieter der Dienste urheberrechtlich geschütztes Material von ihren Speichern löschen.

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