Filesharing – Der illegale Datenaustausch übers Internet

Beim Filesharing werden über das Internet Musik, Filme und Software verbreitet.
Beim Filesharing werden über das Internet Musik, Filme und Software verbreitet.

Durch das Internet erhalten wir Zugang zu einer unendlichen Vielzahl an Informationen. Zudem eröffnen sich uns dadurch auch neue technische Möglichkeiten. So können wir mittels Sofortnachrichten und Videotelefonie kommunizieren oder durch Streaming Videos ansehen, ohne diese herunterladen zu müssen.

Eine weitere technische Errungenschaft ist das sogenannte Filesharing. Dabei handelt es sich um eine Methode zur Weitergabe bzw. zum Austausch von Inhalten und Dateien mithilfe spezieller Programme. Diese Technik zeichnet sich vor allem durch eine hohe Downloadgeschwindigkeit aus. Allerdings kann die Nutzung auch zu juristischen Problemen führen.

Doch was bedeutet Filesharing überhaupt? Welche Technik ermöglicht einen solchen Download von Dateien? Ist Filesharing sicher und legal? Oder müssen Nutzer mit Sanktionen rechnen? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Sie im nachfolgenden Ratgeber!

Das Wichtigste zum Filesharing zusammengefasst

  • Der Begriff Filesharing bezeichnet grundsätzlich den Austausch von Daten im Internet.
  • Filesharing ist nicht per se verboten. So nutzen beispielsweise viele Unternehmen Tauschbörsen, um allen Mitarbeitern dieselben Datensätzen zur Verfügung zu stellen.
  • Werden urheberrechtlich geschützte Daten geteilt, wird das Filesharing allerdings illegal.
  • Laden Sie beispielsweise einen urheberrechtlich geschützten Film mittels Filesharing herunter, droht Ihnen eine Abmahnung.

Was ist Filesharing?

Dem Filesharer stehen durch diese Technik unzählige Downloads zur Verfügung.
Dem Filesharer stehen durch diese Technik unzählige Downloads zur Verfügung.

Filesharing ist gemäß Definition grob als ein Austausch bzw. eine Weitergabe von Dateien über das Internet zu verstehen. Diese Erklärung ist auf die reine Wortbedeutung zurückzuführen, denn dabei handelt es sich um eine Wortschöpfung aus den englischen Begriffen „files“ (Computerdateien) und „sharing“ (teilen).

Die Grundidee beim Filesharing ist die vereinfachte Veröffentlichung und Verbreitung von Dateien, die nicht auf einen zentralen Server angewiesen ist. Dabei schließen sich verschiedene Rechner zusammen, die als eine Art Tauschbörse zu verstehen sind.

Dabei werden nicht – wie früher mit CDs oder Büchern üblich – Gegenstände weitergegeben, sondern Dateien verbreitet. Allerdings werden die Medien nicht ausgeliehen, sondern die Musik oder die Filme dabei vervielfältigt und kopiert.

Filesharing und Tauschbörsen

Auch wenn es sich eigentlich nicht um eine Tauschbörse handelt, ist dies eine geläufige Bezeichnung beim Filesharing. Solche Börsen sind dabei eher als Zusammenschluss gleichgesinnter Personen zu verstehen, die sich untereinander Dateien zum Download zur Verfügung stellen.

Auf welchen Techniken und Funktionen Filesharing im Detail aufbaut und wie diese funktionieren, klären wir im weiteren Verlauf dieses Ratgebers.

Auf welcher Technik basiert Filesharing?

Beim Filesharing werden große Datenmengen zwischen verschiedenen Rechnern ausgetauscht. Damit die Nutzer ihre gewünschte Datei finden, der Download schnell vonstatten geht und die Inhalte zudem auch vollständig sind, werden spezielle Programme, Strukturen und Dateien benötigt.

Als Grundlage beim Filesharing dienen dabei:

  • ein Peer-to-Peer-Netzwerk
  • ein Filesharing-Programm
  • Torrent-Dateien

Peer-to-Peer-Netzwerk beim Filesharing

In einem Filesharing-Netzwerk schließen sich mehrere Rechner zusammen.
In einem Filesharing-Netzwerk schließen sich mehrere Rechner zusammen.

Die Bezeichnung „Peer-to-Peer“ basiert auf dem englischen Begriff „peer“, welcher mit „Ebenbürtiger“ oder „Kollege“ übersetzt werden kann. Verbreitet ist zudem die Verwendung von Kurzformen wie Peer-2-Peer oder P2P. Von zentraler Bedeutung in einem Peer-to-Peer-Netzwerk ist die Gleichwertigkeit der beteiligten Parteien.

P2P gibt beim Filesharing also das Verhältnis der Rechner innerhalb des Netzes an – die Kommunikation erfolgt somit zwischen gleichberechtigten Computern. Dabei setzt sich ein Netzwerk aus mindestens zwei Computern zusammen, kann aber auch aus einer Vielzahl von Rechnern bestehen.

Jeder einzelne dieser Rechner kann dabei auf die bereitgestellten Informationen zugreifen oder eigene Dateien mithilfe des Netzwerkes zum Download bereitstellen. Die verbundenen Computer ermöglichen zudem eine bessere Ausnutzung der technischen Ressourcen, denn in der Regel wird beim Filesharing kein zentraler Server als Speicherort für die Dateien verwendet.

Peer-to-Peer

Ein Filesharing-Netzwerk ist allerdings nicht die einzige Verwendungsmöglichkeit für einen solchen Zusammenschluss verschiedener Rechner. Diese Technik kann zum Beispiel auch die Grundlage von Internettelefonie und Instant-Messaging bilden.

Filesharing-Clients

Um beim Filesharing zwischen den Rechnern innerhalb eines Netzwerkes Dateien auszutauschen, wird ein sogenannter Filesharing-Client benötigt. Dabei handelt es sich um ein spezielles Programm, welches die Filesharer über das Internet miteinander verbindet.

Diese Programme sind vor allem dafür zuständig, dass die Nutzer am Ende tatsächlich die gewünschte Datei herunterladen können. Dafür müssen unter anderem spezielle Dokumente – sogenannte Torrent-Dateien – ausgelesen werden. Denn nur so ist der Download bzw. Austausch von Medien untereinander möglich.

Ein Filesharing-Client ist dabei in der Regel auf ein spezifisches Peer-to-Peer-Netzwerk ausgerichtet und kann auch nur auf dessen Informationen sowie Inhalte zugreifen. Das verbreitetste P2P-Netz bildet dabei BitTorrent, weshalb die Auswahl an Programmen, die darauf basieren, entsprechend groß ist.

Torrent-Dateien als Wegweiser

Damit beim Filesharing ein Download erfolgt, ist ein Torrent notwendig.
Damit beim Filesharing ein Download erfolgt, ist ein Torrent notwendig.

Als Torrents werden beim Filesharing Dateien bezeichnet, in denen sich die Informationen für den Download der eigentlichen Inhalte befinden. Das Format mit der Endung .torrent fungiert dabei als eine Art Wegweiser, der nur mithilfe von spezieller Software – den Filesharing-Clients – ausgelesen werden kann.

Die Torrent-Datei gibt dabei an, wo genau sich die gewünschte Datei im Peer-to-Peer-Netz befindet. Bevor dann online das Filesharing erfolgt, werden zudem die Ressourcen der Rechner im Netzwerk geprüft, um einen schnellen Download zu gewährleisten.

Für die Suche nach einem entsprechenden Torrent werden häufig sogenannte Filesharing-Seiten verwendet. Diese dienen als eine Art Nachschlagewerk oder Suchmaschine, aus welcher verschiedenste Torrent-Dateien bezogen werden können. Es zeigt sich somit, dass für die Verwendung von Filesharing verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Neben der Installation eines Clients und den Informationen einer Torrent-Datei ist zudem eine Verbindung zum Internet notwendig.

Anonymes Filesharing

Möchten Sie Filesharing anonym nutzen, benötigen Sie dafür in der Regel ein spezielles Programm, welches Ihre IP-Adresse verschleiert. Diese wird als VPN-Software bezeichnet. Allerdings bieten auch diese Dienste keine hundertprozentige Sicherheit vor einer Abmahnung, denn auch wenn Sie anonym gegenüber den Filesharing-Teilnehmern auftreten, wird Ihre IP-Adresse beim Anbieter der VPN-Software gespeichert. Mit einem entsprechenden richterlichen Beschluss kann auch auf diese Daten zugegriffen werden. Sicheres Filesharing ist somit nicht selten ein Trugschluss.

Filesharing: Rechtslage zur Nutzung von Tauschbörsen

In vielen Fällen ist der Download via Filesharing illegal.
In vielen Fällen ist der Download via Filesharing illegal.

Grundsätzlich sind die Nutzung einer Tauschbörse und auch das Filesharing nicht illegal, da es sich dabei nur um eine sowohl schnelle als auch ressourcenfreundliche Art des Datenaustauschs handelt. Allerdings müssen Sie mit juristischen Konsequenzen rechnen, wenn Sie diese Technologie dazu verwenden, um gegen geltendes Recht zu verstoßen.

Davon betroffen ist insbesondere das Urheberrecht, denn häufig handelt es sich bei den getauschten Inhalten um geistiges Eigentum.

Um welche urheberrechtlich geschützten Werke es sich dabei im Einzelnen handelt, zeigt die nachfolgende statistische Auswertung zu den Filesharing-Abmahnungen von 2014:

  1. Spielfilme (69,3 %)
  2. Musik (14,0 %)
  3. Pornografische Filme (9,6 %)
  4. Computerspiele (5,3 %)
  5. Software (0,9 %)
  6. eBooks (0,9 %)

Beziehen Sie solche Inhalte via Filesharing, handelt es sich dabei in vielen Fällen um Urheberrechtsverletzungen. Insbesondere die Unterhaltungsindustrie geht energische gegen diese Verstöße vor, sodass Filesharing eine Strafe – vor allem die Forderung von Schadensersatz – nach sich ziehen kann.

Welche Gesetze werden durch Filesharing verletzt?

Basieren Filme, Songs oder Computerspiele auf einem bestimmten Maß an kreativer Leistung, genießt das Endprodukt den Schutz des Urheberrechts. Dieser entsteht automatisch mit der Fertigstellung und muss daher nicht gesondert angemeldet werden.

Werden urheberrechtlich geschützte Werke, ohne das Einverständnis des Schöpfers oder den Inhaber der Nutzungsrechte verbreitet oder veröffentlicht – so wie es beim Filesharing in der Regel der Fall ist – liegt eine Urheberrechtsverletzung vor. Gegen diese kann gemäß Urheberrechtsgesetz (UrhG) vorgegangen werden.

Denn das Ziel des Urheberrechts ist der Schutz vom Urheber und seinem Werk. Dies schließt unter anderem auch eine angemessene Vergütung für die Verwertung, Verbreitung oder Veröffentlichung eines Werkes ein. Diese erfolgt bei einer Urheberrechtsverletzung mittels Filesharing beispielsweise nicht, sodass gemäß UrhG häufig die Abmahnung Anwendung findet.

Wann droht eine Abmahnung wegen Filesharing?

Illegales Filesharing führt zu regelrechten Abmahnwellen.
Illegales Filesharing führt zu regelrechten Abmahnwellen.

Kommt es aufgrund von Filesharing zu einer Abmahnung, ist diese in der Regel auf Verstöße gegen die Urheberpersönlichkeitsrechte oder die Verwertungsrechte zurückzuführen. Diese Rechte liegen ausschließlich beim Urheber, sodass bei der Missachtung Sanktionen wegen einer Urheberrechtsverletzung drohen.

Die Urheberpersönlichkeitsrechte dienen dem Schutz der Beziehung zwischen dem Schöpfer und seinem Werk. So darf alleinig der Urheber darüber entscheiden wann und wie seine kreativen Produkte veröffentlicht werden.

Der Verbreitung via Filesharing haben die Künstler dabei in der Regel nicht zugestimmt, weshalb dies einen Rechtsverstoß darstellen kann.

Durch die Verwertungsrechte soll hingegen unter anderem sichergestellt werden, dass der Urheber auch wirtschaftlich von seinem Werk profitiert. Daher darf er als Einziger darüber bestimmen, in welcher Art und Weise seine Schöpfung verwertet wird.

Ist es ihm zum Beispiel nicht möglich, sein Drehbuch eigenständig filmisch umzusetzen, kann er die entsprechenden Rechte auch dritten Personen einräumen. Im Ausgleich für dieses Nutzungsrecht erhält der Künstler in den meisten Fällen eine angemessene Vergütung, die unter anderem der Finanzierung seines Lebensunterhalts dient.

Da es sich gemäß Definition beim Filesharing in der Regel um einen kostenlosen Austausch von Dateien handelt, erhält der Urheber für diese Verwertung keine Vergütung. Aus diesem Grund kann der Geschädigte im Zuge einer Abmahnung auch einen Anspruch auf Schadensersatz gelten machen. Dieser soll unter anderem als finanzieller Ausgleich für mögliche entgangene Gewinne dienen.

Schranken im Urheberrecht

Unter bestimmten Voraussetzungen sind gemäß Urheberrecht auch Vervielfältigungen ohne das Einverständnis des Rechteinhabers möglich. Diese Ausnahmen werden als Schranken bezeichnet. Das wohl bekannteste Beispiel ist die Privatkopie, welche Sie sowohl für sich selbst als auch für einen engen, begrenzten Freundeskreis erzeugen dürfen. Da Sie beim Filesharing aber nicht wissen, wie viele Personen am Ende Zugriff auf eine Datei haben, gilt diese Sonderregelung dabei nicht.

Ansprüche einer Filesharing-Abmahnung

Wer online via Filesharing Musik herunterlädt, muss mit Schadensersatzforderungen rechnen.
Wer online via Filesharing Musik herunterlädt, muss mit Schadens­ersatzforderungen rechnen.

Illegales Filesharing zieht nicht selten eine Abmahnung nach sich. Dabei handelt es sich um eine zivilrechtliche Maßnahme zur Prozessvermeidung, deren Ziel eine außergerichtliche Einigung ist. Dadurch wollen die aufgrund von Filesharing Geschädigten diverse Ansprüche geltend machen.

Wie zuvor bereits erwähnt, wird durch Filesharing das Urheberrecht des Schöpfers bzw. des jeweiligen Rechteinhaber verletzt. Diese haben daher gemäß UrhG diverse Rechtsansprüche. Dazu zählen unter anderem:

  • Anspruch auf Unterlassung
  • Anspruch auf Beseitigung
  • Anspruch auf Schadensersatz
  • Anspruch auf Vernichtung, Rückruf und Überlassung
  • Anspruch auf Auskunft

Von dieser Auflistung sind vor allem die Ansprüche auf Unterlassung, Beseitigung, Schadensersatz und Auskunft beim Filesharing von großer Bedeutung. Welche Rolle diese im Einzelnen spielen, soll nachfolgend erörtert werden.

Unterlassungserklärung beim Filesharing

Im Zuge einer Abmahnung wegen Filesharing wollen die Geschädigten in der Regel ihren Anspruch auf Unterlassung durchsetzen. Zu diesem Zweck liegt dem Abmahnschreiben meist eine sogenannte Unterlassungserklärung bei.

Bei diesem – meist recht unscheinbar wirkenden – Schriftstück handelt es sich um einen lebenslang gültigen Vertrag, mit dem sich der Abgemahnte dazu verpflichtet, ein bestimmtes widerrechtliches Verhalten in Zukunft zu unterlassen.

Kommt er dieser Verpflichtung trotz Abgabe einer Unterlassungserklärung nicht nach und bietet zum Beispiel weiterhin bestimmte Dateien via Filesharing zum Download an, muss in den meisten Fällen eine hohe Vertragsstrafe gezahlt werden. Die Höhe der Summe soll dabei durchaus abschreckend wirken und einen erneuten Verstoß verhindern.

Unterlassungsklage

Weigern Sie sich, eine Unterlassungserklärung abzugeben oder scheitern beispielsweise die Verhandlungen über eine Reduzierung des Schadensersatzes, kann wegen Filesharing auch ein Klage auf Unterlassung drohen. In diesem Fall entscheidet ein Gericht über die Rechtmäßigkeit der Forderungen. War die Abmahnung allerdings gerechtfertigt, fallen durch die Unterlassungsklage deutlich höhere Kosten an.

Rechtsverletzungen beseitigen

Nur in wenigen Fällen ist ein Download mit Filesharing auch legal.
Nur in wenigen Fällen ist ein Download mit Filesharing auch legal.

Der Beseitigungsanspruch wird meist als Ergänzung zur Unterlassung verstanden. Denn durch die Abgabe einer Unterlassungserklärung soll der Abgemahnte ja nur dazu angehalten werden, zukünftige Verstöße zu unterbinden. Die Rechtsverletzung kann allerdings weiterhin bestehen.

Um eine weitere Verbreitung oder auch finanzielle Einbußen aufgrund von Filesharing zu verhindern, ist es deshalb auch notwendig, die Urheberrechtsverletzung zu beseitigen. In diesem Fall muss der Rechteverletzer dafür sorgen, dass die Beeinträchtigung des Urheberrechts behoben wird.

Allerdings muss sich eine solche Beseitigung in einem zumutbaren Rahmen bewegen. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein bestimmter Song oder ein Film aus dem Filesharing-Programm entfernt wird, damit dieser nicht weiter in der Tauschbörse zur Verfügung steht.

Schadensersatz beim Filesharing

Nicht selten zieht die Verbreitung urheberrechtlicher Werke durch das Filesharing auch finanzielle Einbußen für den Urheber oder Rechteinhaber nach sich. Denn schließlich ist der Erwerb der Inhalte nicht mehr notwendig, wenn diese kostenlos über eine Tauschbörse bezogen werden. In diesem Fall können die Geschädigten ihren Anspruch auf Schadensersatz geltend machen.

Für die Ermittlung des Schadensersatzes bei einer Urheberrechtsverletzung infolge von Filesharing können grundsätzlich drei verschiedene Methoden verwendet werden:

  • Entgangener Gewinn:
    Der entgangene Gewinn beziffert den tatsächlich entstandenen Schaden und bezieht sich auf Geschäfte, welche aufgrund der widerrechtlichen Verbreitung nicht zustande gekommen sind. Als Belege können dafür zum Beispiel Umsatz- oder Gewinneinbrüche herhalten.
  • Herausgabe des Verletzergewinns:
    Hat der Abgemahnte durch die Urheberrechtsverletzung Einnahmen generiert, kann der Urheber diese einfordern. Allerdings werden zuvor noch mögliche entstandene Kosten abgezogen, wie zum Beispiel für Produktion oder Vertrieb. Beim Filesharing könnte diese Methode maximal auf die Einnahme durch Werbung angewendet werden. Allerdings ist in einem solchen Fall der Nachweis schwierig.
  • Lizenzanalogie:
    Die wohl verbreitetste Methode zur Ermittlung des Schadensersatzes ist die Lizenzanalogie. Diese kommt vor allem deshalb so häufig zum Einsatz, weil die Berechnung relativ einfach möglich ist. Dabei werden die Gebühren eines fiktiven Lizenzvertrages zugrunde gelegt.

Welche dieser drei Methoden schlussendlich für die Berechnung des Schadensersatzanspruches verwendet wird, entscheidet in der Regel der Geschädigte. Da es je nach Vorgehensweise zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann, sollten diese zumindest grob durchgerechnet und gegeneinander abgewogen werden.

Höhe des Schadensersatzes

Natürlich ist nicht jeder Download beim Filesharing mit dem Kauf einer CD oder DVD gleichzusetzen, denn häufig werden von den Nutzern auch Dateien heruntergeladen, welche sie auf andere Weise niemals bezogen hätten. Daher ist es meist schwierig, die Höhe des Schadensersatzes zu bestimmen.

Auskunftsanspruch und die IP-Rückverfolgung

Filesharing: Eine Strafe droht meist erst nach einer erfolgreichen IP-Rückverfolgung.
Filesharing: Eine Strafe droht meist erst nach einer erfolgreichen IP-Rückverfolgung.

Das UrhG räumt den Geschädigten von Filesharing einen Auskunftsanspruch ein. Dadurch ist es möglich, eine Urheberrechtsverletzung zum tatsächlichen Täter zurückzuverfolgen. Dies ist vor allem bei Verstößen im Internet von großer Bedeutung, denn die Rechteverletzer machen sich die Anonymität des World Wide Webs zu Nutze, um möglichen Sanktionen zu entgehen.

Die Identifizierung erfolgt dabei über die Rückverfolgung der IP-Adresse. Neben dieser Zahlenfolge wird dafür das Datum und die Uhrzeit der Rechtsverletzung benötigt. Anhand dieser Daten können die Geschädigten beim zuständigen Landgericht die „Auskunftserteilung unter Verwendung der Verkehrsdaten“ beantragen.

Trotz des Anspruchs auf Auskunft, gilt die Ermittlung der Identität als Eingriff in das Fernmeldegeheimnis. Aus diesem Grund ist eine richterliche Anordnung für die Bekanntgabe notwendig.

Allerdings werden die Verkehrsdaten nicht unbegrenzt archiviert, sondern durch die Internet-Provider nur für sieben Tage gespeichert. Möchten Sie also herausfinden, wer Ihre Werke mithilfe von Filesharing verbreitet, ist Eile geboten.

Damit sowohl Name als auch Adresse des Filesharers herausgegeben werden, ist ein Gerichtsverfahren nötig. In diesem erfolgt eine Prüfung der Rechtmäßigkeit des Auskunftsanspruches. Liegen die Daten des Täters vor, können weitere juristische Schritte – wie eine Abmahnung samt Unterlassungserklärung – eingeleitet werden.

Was müssen Sie zur Abmahnung wegen Filesharing wissen?

Filesharing: Das Urheberrecht kann bei einem Download von Musik oder Software verletzt werden.
Filesharing: Das Urheberrecht kann bei einem Download von Musik oder Software verletzt werden.

Ziel einer Abmahnung ist die außergerichtliche Einigung bei Rechtsverstößen im Zivilrecht. Beim Filesharing werden diese Schreiben in der Regel durch Anwaltskanzleien versendet. Allerdings können Sie eine entsprechende Abmahnung auch selbst schreiben.

In den meisten Fällen erfolgt die Zustellung einer Abmahnung auf dem Postweg. Ein Versand per Einschreiben ist dabei allerdings nicht vorgeschrieben. Darüber hinaus kann ein Abmahnschreiben auch elektronisch, per Mail, zugestellt werden.

Die Abmahnung wird grundsätzlich an den jeweiligen Inhaber des Internetanschlusses versandt, über welchen das widerrechtliche Filesharing erfolgte. Dieses Verfahre ist somit ähnlich wie beim Verkehrsverstoß, bei dem meist auch zuerst der Fahrzeughalter angeschrieben wird, weil dieser anhand des Kfz-Kennzeichens zu ermitteln ist.

Allerdings kann der Anschlussinhaber unter Umständen auch dann noch verantwortlich sein, wenn er selbst nicht in einer Tauschbörse aktiv war. Denn beim Filesharing existiert die sogenannte „Störerhaftung“, wodurch auch Personen rechtmäßig abgemahnt werden können, welche die Infrastruktur – in diesem Fall den Zugang zum Internet – für eine Urheberrechtsverletzung bereitstellen.

Bestandteile einer Filesharing-Abmahnung

Für den Aufbau bedient sich eine Abmahnung bei Filesharing einem Muster. Insbesondere die Schreiben der spezialisierten Abmahnkanzleien, welche sogenannte Massenabmahnungen an viele Filesharing-Nutzer versenden, verändern meist nur noch die personenbezogenen Daten.

Grundsätzlich enthält eine Abmahnung wegen Filesharing folgende Bestandteile:

  • Aufforderung zur endgültigen Löschung der jeweiligen Datei (Anspruch auf Beseitigung)
  • Aufforderung zur Abgabe einer Unterlassungserklärung (Anspruch auf Unterlassung)
  • Aufforderung zur Zahlung des Vergleichsbetrags (Anspruch auf Schadensersatz)

Wie aus der Auflistung der Bestandteile ersichtlich wird, können Sie mit einer Filesharing-Abmahnung gleichzeitig mehrere Ansprüche geltend machen. Allerdings beinhaltet der Vergleichsbetrag nicht nur die Forderungen nach Schadensersatz, sondern er umfasst gleichzeitig auch noch die Kosten, die für die Tätigkeit eines Anwalts sowie für die Täterermittlung anfallen.

Rat vom Anwalt

Haben Sie eine Abmahnung wegen Filesharing erhalten, ist es grundsätzlich sinnvoll, den Rat eines spezialisierten Anwalts einzuholen. Denn dieser kann unter Umständen dazu beitragen, dass sich die Forderungen zum Schadensersatz reduzieren oder mithilfe einer modifizierten Unterlassungserklärung die Vertragsstrafe mindern.

Wie sollten Sie sich bei einer Abmahnung wegen Filesharing verhalten?

Was ist bei Filesharing die richtige Vorgehensweise? Ein Anwalt weiß Rat.
Was ist bei Filesharing die richtige Vorgehensweise? Ein Anwalt weiß Rat.

Wer eine Filesharing-Abmahnung in seinem Briefkasten findet, kann unter Umständen in Panik geraten. Allerdings sollten Sie sich trotzdem nicht zu einer unüberlegten Unterschrift verleiten lassen, denn vorschnelles Handeln kann mitunter weitreichende Folgen haben.

Aus diesem Grund sollten Sie Ruhe bewahren und das Schreiben einer intensiven Prüfung unterziehen, denn mittlerweile werden auch falsche Abmahnungen als Bestandteil einer Abzockmasche verwendet.

Deshalb sollten Sie bei einer Abmahnung wie folgt vorgehen:

  1. Absender überprüfen:
    Stellen Sie Nachforschungen zum Absender an. Handelt es sich dabei um einen zugelassenen Anwalt oder möglicherweise um einen Betrüger? Auskunft können Sie unter anderem durch das Bundesweite Amtliche Anwaltsverzeichnis der Bundesrechtsanwaltskammer erhalten.
  2. Auftraggeber kontrollieren:
    In einer Abmahnung muss der Auftragsgeber des Anwalts eindeutig benannt sein. Ist dies nicht der Fall, liegt ein Formfehler vor. Dies kann sich unter Umständen zu Ihren Gunsten auswirken.
  3. Tatvorwurf prüfen:
    Haben Sie tatsächlich widerrechtlich Inhalte via Filesharing verbreitet? Oder hatten andere Personen zum angegebenen Zeitpunkt Zugriff auf Ihren Internetzugang?
  4. Rat vom Anwalt aufsuchen:
    Das Urheberrecht ist ein komplexes Rechtgebiet und Abmahnungen können weitreichende Folgen haben. Aus diesem Grund ist es durchaus sinnvoll, sich Rat suchend an einen Anwalt für Urheberrecht zu wenden, damit dieser das Abmahnschreiben samt Unterlassungserklärung prüft.
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