Gnutella2: Immer noch keine Schokolade aber weiterhin dezentral

Das Gnutella2-Protokoll fügt zur Hauptspeise nun auch den Nachtisch hinzu.
Das Gnutella2-Protokoll fügt zur Hauptspeise nun auch den Nachtisch hinzu.
Die Welt des Filesharings wächst mit jeder Entwicklung. Neue Programme (Clients genannt) werden geschrieben, neue Netzwerke erstellt und der Nutzer kann sich aussuchen, über welche er seine Daten tauschen und herunterladen möchte. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass altbekannte Anwendungen, Clients wie Netzwerke, generalüberholt oder komplett neu erstellt werden.

Ein Beispiel für eine solche Neuaufsetzung ist das Gnutella2-Netzwerkprotokoll, oft auch als G2 bezeichnet. Hierbei handelt es sich um den Nachfolger des alten Gnutella-Protokolls, der bis auf einige wenige Anteile komplett neu entwickelt wurde.

Doch wie funktioniert dieses neue Protokoll und ist die Nutzung in Deutschland legal? Ob Anwendern eine Abmahnung droht und worauf sie achten müssen, klärt der nachfolgende Ratgeber.

Was genau ist Gnutella2?

Ein Download über Gnutella2 funktioniert via Peer-to-Peer.
Ein Download über Gnutella2 funktioniert via Peer-to-Peer.
Im Gegensatz zu seinem Vorgänger existiert unter dem Namen Gnutella2 nur das Peer-to-Peer-Netzwerkprotokoll, das Filesharing-Clients nutzen, um Daten zu tauschen. Bisher gibt es keinen eigentlichen Gnutella2-Client. Allerdings können zahlreiche Clients, wie Shareaza, mit diesem Protokoll verwendet werden.

Der Nachfolger von Gnutella wurde 2002 vorgestellt. Dieses neue Protokoll verfügt nun über andere Suchalgorithmen, funktioniert jedoch weiterhin als dezentrales Netzwerk. Das bedeutet, dass Nutzer, die über einen Client auf Gnutella2 zugreifen, die Suchanfrage nach Inhalten an die Rechner im Netzwerk stellen und nicht an einen Server. Die Anfrage wird auch hier, wie im Vorgänger, zunächst nur an benachbarte Clients gesendet und von dort aus weitergeleitet. Dies geschieht so lange, bis der Inhalt gefunden wurde.

Auch bei Gnutella2 kommen Torrents zum Einsatz, die helfen die gewünschten Dateien zu finden. Wie bei fast allen Filesharing-Protokollen werden die Inhalte nicht als eine Datei heruntergeladen, sondern von verschiedenen Quellen im Netzwerk als Fragmente bezogen. Ein Client setzte diese nach einem vollständigen Download auch bei Gnutella2 wieder zu einer Datei zusammen.

Da es sich um ein Peer-to-Peer-Protokoll handelt, sollten Anwender darauf achten, wie sie ihren Client einstellen und ob es möglich ist, bestimmte Funktionen zu blockieren. Denn in der Regel werden Nutzer bei einem Download auch gleichzeitig zum Anbieter der Inhalte.

Der Unterschied zu Gnutella

Gnutella2: Ein Download kann eine Abmahnung zur Folge haben.
Gnutella2: Ein Download kann eine Abmahnung zur Folge haben.
Wie bereits erwähnt, wurde Gnutella2 komplett neu entwickelt. Allerdings besitzt es auch Eigenschaften des Vorgängers. So wurden der sogenannte Connection Handshake sowie der Mechanismus fürs Herunterladen übernommen. Der Handshake sorgt für die Verbindung zwischen Client und Protokoll. Gnutella2 wurde jedoch mit einer ausführlicheren Datenbank ausgestattet, welche es erlaubt falschen Dateien und Viren im Netzwerk schneller zu erkennen. Die meisten „alten“ Gnutella-Clients unterstützen Gnutella2 nicht, wohingegen die neuen Programme für G2 auch den Zugriff auf das alte Netzwerk ermöglichen.

Ein weiterer großer Unterschied ist der neue Suchalgorithmus. Hier wird zwischen sogenannten Hubs (Rechner, die fast wie Server funktionieren) und Leaves (Blätter, hier einzelne Nutzer) unterschieden. Während Leaves nur wenige Verbindungen zu den Hubs halten, haben diese hunderte mit anderen Leaves und Hubs.

Bei einer Suche wird in der Regel eine Liste von Hubs kontaktiert, um den Inhalt zu finden. Das geht so lange, bis diese Liste abgearbeitet oder eine Suchschranke erreicht wurde. Dabei besitzen Hubs einen Index, welche Dateien von den Leaves angeboten werden. So können Suchen an bestimmte Hubs und somit Leaves weitergeleitet werden, was die Bandbreite reduziert und die Geschwindigkeit erhöht.

Gnutella2: Ist ein Download legal?

Grundsätzlich ist die Nutzung von Filesharing-Programmen und den Netzwerken in Deutschland nicht untersagt. Allerdings kann es bei den heruntergeladenen Inhalten zu Problemen kommen, und zwar dann, wenn es sich um urheberrechtlich geschützte Werke handelt.

In der Regel besitzen Nutzer nicht das Recht, diese Inhalte herunterzuladen oder weiterzuverbreiten. Tun sie es dennoch, handelt es sich um eine Urheberrechtsverletzung. Dies kann eine Abmahnung sowie auch Schadensersatzforderungen nach sich ziehen.
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