Schadensersatz: Ausgleich für den Schaden durch Filesharing

Die Geschädigten von Filesharing können nach geltendem Recht Schadensersatz fordern.
Die Geschädigten von Filesharing können nach geltendem Recht Schadensersatz fordern.
Nutzern von Filesharing stehen durch die Tauschbörsen eine Vielzahl von Dateien kostenlos zur Verfügung, darunter auch Musik, Filme, E-Books und Computerspiele. Diese Inhalte unterliegen allerdings häufig dem Urheberrecht und die jeweiligen Rechteinhaber haben dieser Form der Verbreitung meist nicht zugestimmt.

Für den Urheber bedeutet dies in der Regel finanzielle Einbußen, da mögliche Kunden ohne eine Form der Entlohnung auf sein Werk zugreifen. In einem solchen Fall besteht ein Anspruch auf Schadensersatz.

Doch wann besteht ein Schadensersatzanspruch, welche gesetzlichen Vorschriften gelten? Und wie wird der Schadensersatz bei Filesharing berechnet? Das alles lesen Sie hier!

Rechtliche Grundlagen zum Schadensersatz

Der Anspruch auf Schadensersatz dient als Ersatz für finanzielle Einbußen.
Der Anspruch auf Schadensersatz dient als Ersatz für finanzielle Einbußen.

Gemäß Urheberrechtsgesetz (UrhG) ist der Urheber im Besitz der Verwertungsrechte für sein Werk, wodurch er als einziger darüber entscheiden darf, in welcher Art und Weise er seine Schöpfung für die Öffentlichkeit zugänglich macht. Stellen Dritte sein Werk in einer Tauschbörse zum Download bereit, liegt meist eine Urheberrechtsverletzung vor.

Der Rechteinhaber kann in diesem Fall verschiedene Ansprüche geltend machen. Neben dem auf Schadensersatz wären zum Beispiel auch die Ansprüche auf Unterlassung (meist durch eine Unterlassungserklärung umgesetzt) oder Vernichtung zu nennen.

Die Zahlung von Schadensersatz ist im Urheberrecht bei Vorsatz oder Fahrlässigkeit verpflichtend und dient als Ersatz für sowohl materielle als auch immaterielle Schäden.

Verschiedene Schäden

Juristen unterscheiden zwischen materiellen und immateriellen Schäden. Bei materiellen Schäden handelt es sich um finanzielle Einbußen, also zum Beispiel dem Angebot eines Songs durch Filesharing und den dadurch reduzierten Verkaufszahlen der CD. Als immaterieller Schaden wird hingegen eine Beeinträchtigung am Werk bezeichnet.

Schadensersatz: Wie wird er berechnet?

Der Schadensersatz kann durch drei verschiedene Berechnungen ermittelt werden:

  • Entgangener Gewinn
    Der Geschädigte veranschlagt den Gewinn, den er durch einen Verkauf der Werke erzielt hätte.
  • Verletzergewinn
    Der Täter muss die erzielten Gewinne aus der Urheberrechtsverletzung an den Geschädigten herausgeben.
  • Lizenzanalogie
    Der Schaden wird durch einen fiktiven Lizenzvertrag ermittelt. Dabei dient der Mittelwert von bestehenden oder vergleichbaren Verträgen als Grundlage.

Welche dieser Methoden zur Berechnung vom Schadensersatz verwendet wird, entscheidet in den meisten Fällen der Geschädigte. Meist findet allerdings die Lizenzanalogie Verwendung, weil es sich dabei um eine relativ einfache und schnelle Variante handelt.

Allerdings können unter Umständen die Ergebnisse bei den verschiedenen Methoden stark variieren, sodass sich beim Filesharing für den Schadensersatz ein Vergleich lohnen kann.

Wie hoch fällt der Schadensersatz beim Filesharing aus?

In Deutschland variieren die Summen zum Schadensersatz bei Filesharing je nach Gericht und Urteil.
In Deutschland variieren die Summen zum Schadensersatz bei Filesharing je nach Gericht und Urteil.

Normalerweise wird in einer Abmahnung der Schadensersatz angegeben. Allerdings unterscheiden sich die geforderten Summen je nach Urteil teilweise deutlich, sodass pauschale Werte nur schwer zu bestimmen sind.

Zudem variiert der Schadensersatz auch bei den verschiedenen Medien. Als grober Anhaltspunkt können aber folgende Zahlen dienen:

  • je Musiktitel: 10 bis 300 Euro
  • je Film: 100 bis 1.000 Euro
  • bei Software: 200 bis 5.000 Euro

Möchten Sie wegen einer Urheberrechtsverletzung Ihren Anspruch auf Schadensersatz in einer Abmahnung geltend machen, kann es sinnvoll sein, für die Einschätzung der Schadenssumme einen Rechtsanwalt für Urheberrecht zu Rate zu ziehen. Denn für die Kosten der Abmahnung muss in der Regel der Urheberrechtsverletzer aufkommen.

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