Freebooting: Videoklau bei Social Media

Beim Freebooting handelt es sich um eine Urheberrechtsverletzung im Internet.
Beim Freebooting handelt es sich um eine Urheberrechtsverletzung im Internet.

Aktuell erfreuen Videos im Internet größter Beliebtheit und gelten dadurch als Medium der Zukunft. Zudem stellen die meist kurzen Clips aufgrund der Werbung eine finanzielle Einnahmequelle dar.

Da verwundert es nicht, dass sich Dritte widerrechtlich an diesem Erfolg bereichern wollen und gegen das Urheberrecht verstoßen. Eine besondere Art der Urheberrechtsverletzung wird als Freebooting bezeichnet.

Was genau bedeutet der Begriff „Freebooting“? Was können Sie gegen diese Form der Urheberrechtsverletzung unternehmen? Und droht deshalb eine Abmahnung? Das alles lesen Sie hier!

Was ist Freebooting?

Facebook: Freebooting ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht.
Facebook: Freebooting ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

Beim Freebooting handelt es sich um eine Urheberrechts­verletzung, bei der Dritte Videos von Youtube herunterladen und anschließend bei Facebook einstellen. Dadurch wird der Eindruck erweckt, dass der Besitzer des Facebook-Profils gleichzeitig auch der Urheber des Videos ist.

Es liegt somit, aufgrund der unerlaubten Verbreitung und des Fehlens einer Urheberbezeichnung, ein Verstoß gegen das Urheberrecht vor. Das Freebooting über Facebook hat zudem auch finanzielle Folgen für die Urheber, weil dadurch Werbeeinnahme wegfallen bzw. Facebook diese erhält.

Ziel beim Freebooting ist es, möglichst viele Menschen und somit potenzielle Kunden auf den eigenen Facebook-Auftritt aufmerksam zu machen. Für diesen Zweck werden bereits erfolgreiche Videos von Youtube genutzt, die dann über Facebook eine noch größere Anzahl an Zuschauern finden. Von diesem Erfolg profitiert der eigentliche Urheber allerdings in der Regel nicht.

Embedding

Beim Einfügen von Videos aus Youtube auf Facebook durch einen Link – auch als Embedding bezeichnet – liegt keine Urheberrechtsverletzung vor. Denn in diesem Fall enthält der Beitrag einen Verweis auf die Quelle und der Urheber erhält für den Klick auf sein Video Geld.

Was unternimmt Facebook gegen Freebooting?

Über ein spezielles Meldeformular für Urheberrechtsverletzungen kann der Urheber bei Facebook auf Freebooting aufmerksam machen und damit die Löschung des entsprechenden Videos erwirken. Allerdings kann bis dahin etwas Zeit verstreichen, in der das geklaute Video weiter an Popularität gewinnt.

Entfernt Facebook das Video nicht zeitnah, besteht zudem die Möglichkeit, über einen Anwalt weitere rechtliche Schritte einzuleiten. Optionen sind in diesem Fall eine Abmahnung, eine einstweilige Verfügung oder eine Klage.

Ist der Rechtsverletzer identifizierbar, sind auch direkte Maßnahmen möglich. In der Regel wird in diesem Fall eine Abmahnung mit einer Unterlassungserklärung versandt. Diese enthält in der Regel auch eine Forderung nach Schadensersatz.

Was kann ich gegen Freebooting unternehmen?

Beim Freebooting auf Facebook entfallen für die Urheber die Werbeeinnahmen von Youtube.
Beim Freebooting auf Facebook entfallen für die Urheber die Werbeeinnahmen von Youtube.

Damit die Urheber rechtliche Schritte gegen eine Urheberrechtsverletzung durch Freebooting einleiten können, müssen Sie von einem Verstoß gegen Ihre Rechte erst einmal erfahren. Hier liegt in der Regel bereits die Schwierigkeit, denn niemand kann regelmäßig alle Seiten bei Facebook untersuchen.

Aus diesem Grund ist es durchaus sinnvoll, wenn Nutzer die Urheber auf Rechtsverstöße hinweisen. was Sie selbst aktiv gegen Freebooting tun können, zeigt die nachfolgende Auflistung:

  1. Prüfen Sie, ob es sich bei einem Video tatsächlich um Freebooting handelt. Stammen Original und Post beispielsweise von derselben Person, ist eine Urheberrechtsverletzung unwahrscheinlich.
  2. Dokumentieren Sie den Verstoß. Machen Sie dafür einen Screenshot und speichern Sie die entsprechenden Links.
  3. Kommentieren Sie unter der widerrechtlichen Kopie, dass es sich bei dem Beitrag um Freebooting handelt. Zudem sollten Sie die Originalquelle angeben.
  4. Informieren Sie den Urheber und schicken Sie ihm die Beweise.
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