Peer-to-Peer: Eine wichtige Eigenschaft beim Filesharing

Peer-to-Peer: Nutzer teilen Inhalte untereinander.
Peer-to-Peer: Nutzer teilen Inhalte untereinander.

Der Begriff Peer-to-Peer, oder auch Peer 2 Peer (P2P), begegnet den meisten Internetnutzern im Zusammenhang mit Filesharing und der Übertragung von Daten in Netzwerken. Doch was ist P2P eigentlich?

Viele interessiert auch nur am Rande, wie ein P2P-Netzwerk im Internet genau funktioniert. Dabei sollten sich Benutzer im Klaren darüber sein, dass Unwissenheit nicht davor schützt, eine Abmahnung zu bekommen, wenn per Peer-to-Peer illegale Inhalte geteilt werden.

Was genau bei einer Peer-to-Peer-Verbindung geschieht, wie hier der Datenaustausch vonstattengeht und welche rechtlichen Konsequenzen eine unrechtmäßige Nutzung dieser Netzwerke haben kann, erfahren Sie im nachfolgenden Ratgeber.

Was bedeutet Peer-to-Peer genau?

„Peer-to-Peer“ – was ist das eigentlich genau? Im allgemeinen Sprachgebrauch wird P2P oft mit Filesharing gleichgesetzt und synonym verwendet. Peer-to-Peer ist jedoch eher eine Möglichkeit, Daten zwischen verbundenen Rechnern zu tauschen. Dies entspricht zwar der übersetzten Funktion von Filesharing (Teilen von Dateien) hat jedoch nicht in jedem Fall die umgangssprachliche Bedeutung.

Für einen Datentausch via P2P ist eine Software meist Voraussetzung.
Für einen Datentausch via P2P ist eine Software meist Voraussetzung.

Der Ausdruck beziehungsweise die Bezeichnung stammt aus dem Englischen und bezeichnet den Vorgang des Teilens von Inhalten zwischen zwei oder mehreren Nutzern. „Peer“ bedeutet übersetzt etwa „Kollege“, „Gleichstehender“ oder „Gleichrangiger“. Im Zusammenhang mit Filesharing heißt das, dass alle an dem Vorgang Beteiligten sich gleichrangig gegenüber stehen.

In den sogenannten Peer-to-Peer-Netzwerken (auch P2P-Network) gibt es in der Regel dann keinen übergeordneten Nutzer, der alle Inhalte sammelt und dann an andere verteilt. Vielmehr werden die Daten durch die P2P-Software in Fragmente gesplittet. Nutzer, die Inhalte herunterladen, tun dies dann von mehreren Quellen und werden dann selbst Teil des Netzwerkes, indem sie ebenfalls Fragmente der Inhalte anbieten.

Ein Netzwerk entsteht

Eine P2P-Verbindung besteht also nicht zwischen einem Server und dem Nutzer, sondern zwischen gleichberechtigten Rechnern im Netzwerk. Es müssen mindestens zwei Computer verbunden sein, um ein Peer-to-Peer-Netz entstehen zu lassen, eine Höchstanzahl an verbundenen Nutzern gibt es hingegen nicht.

Wie funktioniert Peer-to-Peer-Sharing?

Sind Rechner über eine Peer-to-Peer-Software verbunden, befinden sich also im gleichen Netzwerk, können sie alle freigegebenen Inhalte untereinander tauschen, abrufen und herunterladen. Es besteht zudem auch die Möglichkeit, eigene Dateien für andere Nutzer im Netzwerk zur Verfügung zu stellen.

P2P: Ein Download wird von mehreren Quellen bezogen.
P2P: Ein Download wird von mehreren Quellen bezogen.

In der Regel kann beim P2P-Sharing jeder Nutzer selbst einstellen, welche Inhalte geteilt werden sollen. Oftmals bieten Filesharing-Programme auch die Option, das Tauschen mit anderen Rechnern zu unterbinden, so dass nur das Herunterladen der Inhalte möglich ist.

Wie erwähnt, werden die eigentlichen Inhalte über die Software oder die Browsererweiterungen geteilt und nicht in einem Stück den Nutzern zu Verfügung gestellt. Die Programme erstellen sogenannte Torrent-Dateien, die im Sinne eines Wegweisers funktionieren und die Nutzer zu den eigentlichen Inhalten führen.

Wozu Torrents gebraucht werden

Ist ein Rechner via Peer-to-Peer verbunden, sucht die Software die passenden Torrent-Dateien bei verschiedenen Quellen im Peer-to-Peer-Netz, in dem der Nutzer angemeldet ist. Die Inhalte werden dann von diesen anderen Rechnern bezogen, mit Hilfe der Torrent-Datei heruntergeladen und über die Software wieder zu einer Datei zusammengefügt.

Ein P2P-Download greift also auf mehrere Ressourcen zurück, was die Downloadgeschwindigkeit erhöht und es ermöglicht, jederzeit die Inhalte von allen verbundenen Nutzern, die dies erlauben, zu beziehen. Das gibt Nutzern die Möglichkeit, Daten auch dann zu erhalten, wenn eine der vielen Quellen mal nicht verbunden sein sollte.

Daher werden P2P-Netzwerke heute nicht nur privat verwendet, sondern auch von Konzernen und Firmen genutzt, die ihren Mitarbeiten Daten schnell zur Verfügung stellen möchten. Denn nicht nur das bekannte Filesharing von Filmen, Musik, Spielen und anderen Daten kann über Peer-to-Peer erfolgen, sondern auch das „Distributed Computing“.

Peer-to-Peer-Netzwerke verbinden Rechner miteinander.
Peer-to-Peer-Netzwerke verbinden Rechner miteinander.

Aufgabenbereiche werden hier auf einzelne Rechner im Netzwerk verlagert, um so die Kapazitäten besser nutzen zu können. So sind nicht mehr alle Computer für alles zuständig, sondern einzelne Rechner übernehmen Teilgebiete. Wie auch beim reinen Filesharing wird für diese Aufgabenteilung ebenfalls eine Peer-to-Peer-Software benötigt, damit die Bereiche miteinander koordiniert und verwaltet werden können.

Je nach Anwendungsbereich, wozu auch Messaging (z. B. Skype) oder die Internettelefonie gehören können, werden verschiedene Netzwerke und Programme verwendet. Oftmals ist eine P2P-Software als Download kostenlos erhältlich und kann meist ohne größere Schwierigkeiten auf den Rechnern installiert werden. Basierend auf den Anforderungen der Nutzer können solche Programme die verschiedensten Funktionen aufweisen.

Darüber hinaus gibt es auch Programme (sogenannte Filesharing-Clients), die nicht als Software vorliegen, sondern webbasiert sind und meist via Nutzeroberflächen oder Browsererweiterungen genutzt werden.

Was ist ein Peer-to-Peer-Netzwerk und wie kann es aussehen?

Besteht eine P2P-Verbindung zwischen Computern, bildet dies, wie bereits beschrieben, ein Netzwerk. Je nach genutztem Programm kann dies ein BitTorrent- oder ein eDonkey- beziehungsweise eines der vielen anderen möglichen Netzwerke sein.

P2P-Netzwerke können verschieden sein

Der Aufbau eines solchen Netzwerkes kann daher sehr unterschiedlich aussehen. Bei den üblichen Peer-to-Peer-Netzwerken handelt es sich um die Variante, bei der es keinen zentralen Server gibt, sondern die Rechner nur untereinander verbunden sind. In diesen dezentralen Netzwerken sind die Funktionen und Aufgaben auf alle Beteiligten gleich verteilt.

Wird hier ein Inhalt gesucht, stellt ein Rechner die Anfrage an einen anderen, dieser leitet die Informationen weiter an den nächsten, der diese wiederum weiterleitet. Das geschieht so lange, bis die passende Datei beziehungsweise die passenden Fragmente gefunden sind und heruntergeladen werden können.

Dem gegenüber steht ein zentralisiertes Netzwerk. In diesem werden die Anfragen sowie alle Verwaltungsaufgaben von einem Server übernommen. Der Austausch an sich findet jedoch weiterhin nur über die verbundenen Rechner der Peers statt. Eine weitere Variante stellen Hybridnetzwerke dar. In diesen übernimmt ein Rechner zeitweise die Funktion eines Servers und dessen Verwaltungsaufgaben. Einen feststehenden Server gibt es in dieser Peer-to-Peer-Version nicht.

Welche Inhalte dürfen via Peer-to-Peer geteilt werden?

Wenn es um die Nutzung von Peer-to-Peer-Netzwerken geht, stellt sich vielen die Frage, ob dies überhaupt legal ist. Grundsätzlich ist ein Peer-to-Peer-Download oder das Teilen von Inhalten in einem solchen Netzwerk in Deutschland nicht untersagt. Wie erwähnt, nutzen auch viele Firmen diese Methode, um Daten besser und schneller verteilen zu können.

IP verschleiern: Via VPN wird P2P oft genutzt, um eine Verfolgung zu umgehen.
IP verschleiern: Via VPN wird P2P oft genutzt, um eine Verfolgung zu umgehen.

Problematisch wird es dann, wenn urheberrechtlich geschützte Inhalte heruntergeladen und geteilt werden. In einem solchen Fall kann es bei der Nutzung von P2P zu einer Abmahnung kommen. Besonders beim Filesharing werden Peer-to-Peer-Funktionen immer wieder für illegale Anwendungen genutzt. Beliebt ist es, die neuesten Filme, Songs oder Videospiele zu tauschen.

Was viele nicht beachten, ist, dass nicht nur das Herunterladen abmahnwürdig ist, sondern insbesondere auch das unrechtmäßige Verbreiten der geschützten Inhalte. Erlauben Nutzer, dass ihr Rechner auch als Quelle im Netzwerk verwendet werden kann, sind sie Anbieter der geschützten Daten, die dann von ihrem Computer bezogen werden.

Dieses Teilen von urheberrechtlich geschützten Daten stellt eine Urheberrechtsverletzung dar, die eine Abmahnung und auch Schadensersatzforderungen zur Folge haben kann. Peer-to-Peer bietet in der modernen Zeit viele Vorteile. Allerdings sollten Nutzer immer darauf achten, welche Inhalte sie teilen und ob sie sich eventuell sogar strafbar machen.

Achtung bei der Nutzung von VPN!

Oftmals versuchen Nutzer die Identifizierung ihrer Rechner zu verhindern, um so einer Verfolgung aus dem Wege zu gehen. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine der beliebtesten ist es, ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) für P2P zu verwenden. Die IP-Adresse wird in einem solchen Fall verschleiert, was die Identifikation des Nutzers im Netzwerk erschwert. Auch hier gilt, dass die Nutzung, wie bei P2P, von VPN nicht grundsätzlich verboten ist. Denn auch für diese Netzwerke gibt es legale Anwendungsbereiche.

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